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Wie gelingt die Mitarbeit des Kindes ohne Schimpfen?

Ich will ein Beispiel geben: Das Kind reagiert nicht auf unsere Aufforderung zum abendlichen Zähneputzen. Es kommt nicht, oder sagt “nein”. Wenn wir gestresst und genervt sind, nehmen wir die kindliche Verweigerung eher persönlich und reagieren vermutlich mit einem dikatorischen Befehl, werden lauter, und wenn das Ganze länger dauert, stellen wir womöglich eine Strafe in Aussicht. Wenn wir uns in so einer Situation befinden, sollten wir erkennen, dass wir uns wieder mehr um unsere seelische Ausgeglichenheit kümmern müssen: Unwichtiges weglassen, sich helfen lassen, wenn möglich delegieren, entspannen, zumindest tief durchatmen…

Wären wir entspannt, könnten wir die Nähe des Kindes suchen und schauen, was Sache ist. Wenn wir dabei herausfinden, dass das Kind in ein Buch vertieft ist, könnten wir vorschlagen: “Wir schauen das Buch noch gemeinsam an, und dann gehen wir Zähne putzen.” Oder wenn das Kind noch am Spielen ist: „Willst du dir ein Spielzeug zum Zähneputzen mitnehmen?“ Oder wir könnten einfach fragen: „Möchtest du heute mit der elektrischen Zahnbürste oder mit deiner roten Handzahnbürste putzen?“ „Soll ich dir die Zähne putzen oder möchtest du selbst?“. So geben wir unserem Kind wieder ein Stück Autonomie zurück. Kleine Freiheiten, die wir dem Kind zugestehen, können Großes bewirken. Und es ist allemal liebevoller als schimpfen und drohen. Das gewünschte Ergebnis stellt sich eher ein. Kind und Erwachsener befinden sich in einer Win-Win-Situation. Wenn es trotzdem wieder passiert ist, dass wir explodieren, dann ist es nur fair, dass wir uns bei unserem Kind/Enkelkind entschuldigen. “Es tut mir leid, dass ich laut geworden bin. Ich wollte das nicht. Mein Tag ist heute schon lang und anstrengend gewesen. Bitte verzeih mir!” So weiß das Kind, es ist nicht schuld daran, wie es gelaufen ist. Wenn wir Fehler eingestehen, nimmt das auch nichts von unserer Autorität, im Gegenteil, wir sind dem Kind ein Vorbild, wie gutes Zusammenleben funktionieren kann.

Wenn wir gut für uns selbst sorgen, das heißt, darauf schauen, dass wir nicht in einen Stress geraten, der uns “außer sich” sein lässt, haben wir selbst mehr Handlungsspielraum und können mit Konflikten kreativer umgehen. Denn: unsere Kinder wollen im Grunde kooperieren, sie wollen unsere Liebe und Zustimmung. Sie wissen auch, dass wir am längeren Ast sitzen und sie auf uns angewiesen sind.

Um unseren Kindern aber das Gefühl zu geben, dass wir sie lieben, und dass sie liebenswert sind, sollten wir darauf verzichten, diese überlegene Position auszuspielen. Das Motto heißt hier: kindliches Mitspracherecht in bestimmten Grenzen statt diktatorischem Befehl. Dass am Ende die Zähne geputzt werden, muss aber klar sein.

Zusammenfassend möchte ich sagen: Langfristig gute Beziehungen gelingen nicht über Macht – also schimpfen, drohen und strafen, und schon gar nicht über körperliche Gewalt, die aus gutem Grund verboten ist – sondern über achtsames Miteinander in Liebe und gegenseitigem Respekt. Es ist nie zu spät, damit anzufangen!

Weiterführende Lektüre zB. „Erziehen ohne Schimpfen“ von Nicola Schmidt und/oder Bücher von Jesper Juul, ein international bekannter, dänischer Familientherapeut und Autor

Verfasst von Maria aus Meidling, 65, pensionierte Heilpädagogin, verheiratet, Mutter einer Tochter und Großmutter von 2 Enkeltöchtern

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Ein Korb voller Klänge

Erste Musikinstrumente für Kinder

Seit über 40 Jahren begleitet mich ein hübscher, geflochtener Korb mit Deckel, der sich über die Jahre mit gekauften und selbstgebastelten, kleinen, einfachen Musik- und Rhythmusinstrumenten vollgefüllt hat. Darunter finden sich zum Beispiel verschiedenste Rasselinstrumente, Kastagnetten, ein kleines Tamburin, sowie Flöten, eine Triangel, ein Schellenband aus Leder mit Glöckchen drangenäht. Es wird auf den Arm oder Fuß des Kindes gebunden. So kann schon ein kleines Kind beim Tanzen Musik machen.

Wer gerne mit Kindern bastelt, kann mit etwas Geschick verschiedenste Instrumente herstellen und nach Laune und dem, was gerade verfügbar ist, verzieren. So wird aus einem Überraschungsei, gefüllt mit ein paar Kichererbsen, Reis, Nudeln oder Steinen und mit buntem Klebeband verschlossen, eine Rassel für die Kinderhand; ebenso aus einem leeren Röhrchen samt Verschluss von Vitamin-Brausetabletten.

Eine leere Küchenrolle wird zum Regenmacher, wenn man sie mit einem runden Stück Backpapier auf einer Seite verschließt, dann mit Reis, Hirse oder Linsen füllt, und dann auch die andere Seite verschließt und mit Bändern oder Gummiringerl dicht macht. Von einer Seite zur anderen geschwenkt, gibt das ein sanftes Rieseln, geschüttelt klingt es wie ein Regenguss. Die Rolle könnte man dann noch hübsch, z.B. mit buntem Seidenpapier und Kleister bekleben und eventuell mit Federn verzieren. Einem Kamm, mit Seidenpapier umwickelt, kann man summende Töne entlocken.

Übrigens – um mit kleinen Kindern zu musizieren, braucht man nicht unbedingt Instrumente daheim zu haben. In jedem Haushalt finden sich Alltagsgegenstände, mit denen schon unter Einjährige Klänge und Rhythmen erzeugen können. Am bekanntesten sind ein umgedrehter Topf, der zusammen mit einem Kochlöffel zur Trommel wird. Zugegeben, die Trommel kann ziemlich laut werden, wenn das Kind ausprobieren möchte, was in dieser Trommel steckt. Ähnlich laut, aber vergnüglich: ein Deckel, der mit einem Holz-Kochlöffel zum Gong wird.

Wer kein Geschick oder Lust zum Basteln hat, kann das Kind auch ganz ohne Instrumente zum Musizieren anregen:

Zu meinen Schülern hab ich einst gesagt, dass wir unsere “Instrumente” immer bei uns haben: unsere Füße zum Stampfen, die Hände zum Klatschen, die Stimme zum Singen, die Zunge zum Schnalzen, und – wer kann – die Finger zum Schnipsen oder den Mund zum Pfeifen.

Mein geheimnisvoller Korb, der aussieht, als hätte er einem Schlangenbeschwörer gehört, ist bei meinen Enkeltöchtern sehr beliebt. Wenn wir fröhliche Musik spielen, holt die Enkelin ohne Aufforderung Instrumente aus dem Korb. Oma und Opa und die jüngere Schwester stimmen ein und es entsteht mitunter ganz spontan ein fröhliches Mitmach-Konzert.

Verfasst von Maria aus Meidling, 65, pensionierte Heilpädagogin, verheiratet, Mutter einer Tochter und Großmutter von 2 Enkeltöchtern

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Die große Faschingsparty…

…mit Einladungen fällt aus, aber deshalb muss aufs Feiern nicht verzichtet werden! Meine Rezeptidee könnte auch für gute Faschingslaune sorgen:

  Schoko Muffins:

Zutaten:

  • 260g (Dinkel-)Mehl, 2TL Backpulver, 1 Prise Salz
  •  30g Kakaopulver
  • 110g (Rohrohr-)Zucker
  • 3 Eier
  • 130ml Öl
  • 200ml Milch
  • 100g Bio Schokolade zartbitter, in Stücke gebrochen

Zubereitung:

  • Nehmen Sie zwei Schüsseln, wobei in der einen die trockenen und in der anderen die feuchten Zutaten verrührt werden, bevor alles schnell zusammengerührt und in die Muffins-Förmchen, die zuvor ins Muffinsblech gesteckt wurden, gefüllt wird. So erspart man sich das Ausfetten und das komplizierte Reinigen danach.
  • Bei 180 Grad 20-25 Minuten backen.
  • Mit Schokolade Kouvertüre überziehen und mit Bio Mini Linis (bunte Smarties) dekorieren. Jetzt haben die Muffins das richtige Faschings-Outfit! Die Muffins schmecken aber auch ohne Kouvertüre, eventuell mit einem Fruchtmus oder Schlagobers serviert.

Den Kleinen gefällt vielleicht dieses Lied vom Muffin-Mann:

https://www.youtube.com/watch?v=92LvfqvNaqw

Verfasst von Maria aus Meidling, 65, pensionierte Heilpädagogin, verheiratet, Mutter einer Tochter und Großmutter von 2 Enkeltöchtern

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Von Ritualen zur Struktur und Routine

Es ist nicht Neues, wenn man sagt Routine und Struktur im Alltag verhelfen Kindern zu mehr Sicherheit und einer besseren Orientierung. Diese individuell aufgebaute Struktur vom Aufstehen zum Mittagsschlaf und zu Bett gehen, ist jedem selbst überlassen, jedoch nicht nur für Kind, sondern auch für Mama besonders wichtig. Kinder brauchen unsere Zeit, sehr viel Zeit und die geben wir ihnen hingebungsvoll.

Routine startet gleich nach dem Aufstehen. Der Tag beginnt immer gleich ähnlich: Aufstehen, das morgendliche Frischmachen, Gewand raussuchen, gemeinsames Zähneputzen, ein gemeinsames Lied singen, zusammen frühstücken… oft machen es nach außen hin Kleinigkeiten aus, die dem Kind das Gefühl von Sicherheit geben. Dazu zählt auch z.B. Hände waschen nach jeder Mahlzeit (wichtig vor allem bei den Kleinen, die gerade lernen mit Besteck zu essen ;) ).

Ein Ritual schleicht sich oftmals heimlich bzw. automatisch ein und man merkt es zwar nicht gleich, aber das Kind reagiert sehr schnell auf das fehlende Stück Geborgenheit. Ein Schlaflied,Tragehilfe, spazieren gehen oder das Lieblingskuscheltier können dieses toll unterstützen.

Rituale vereinfachen den Alltag um einiges und wenn sie sich einschleichen umso besser, so geben sie gleich einen routinierten Tagesablauf vor, ohne sich groß den Kopf zu zerbrechen. Gehen Sie kurz Ihren Tag im Kopf durch und finden Sie Ihre Rituale die Sie ganz unbewusst einsetzen – da kommt einiges zusammen.

Am Abend nehmen Sie sich die Zeit Ihr Kind ruhig in den Schlaf zu begleiten. Meine Tochter ist von Anfang an ein ruhigeres Kind, aber am Abend, wenn sie einfach schon total müde ist und sie nur mehr ihren Teddy und das Bett will, wird es anstrengend. Es hilft ihr, dass ich ihr trotzdem die Ruhe und Geduld gebe und für sie da bin. Sie hat so vieles aus dem Tag zu verarbeiten. Es gibt enorm vieles zu entdecken und zu lernen. Der Kopf ist einfach voll und so muss auch sie ihren Frust und Dampf verständlicherweise mal ablassen.

Man darf sich aber auch im „Mutterdasein“ nicht verlieren. Einmal angekommen im neuen Lebensabschnitt „Hauptberuf Mama“ ist es hilfreich, sich feste Zeiten einzuplanen. Wann kann ich am besten meine geliebte Serie weiterschauen? Wann gehe ich einkaufen? Wann koche ich? Wann gehe ich in die Badewanne? Wann durchstöbere ich mein Handy? Wann treffe ich mich mit meiner Freundin auf einen Kaffee oder wann liege ich einfach nur faul auf der Couch und genieße die Ruhe?

Haben Sie hier schon Ihre Routine und bestimmte Abläufe mit Ihrem Kind gemacht, hilft es Ihnen diese Zeiten für sich selbst besser einzuteilen. Nehmen Sie Hilfe von außen an und genießen Sie die Zeit, um die Batterien wieder aufzuladen.

Ihre Julia

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Umgang mit Spielzeug

Weihnachten ist schon wieder ein Monat her. Wie gehen Ihre Kinder/Enkel mit den Spielsachen um, die sie bekommen haben? Wird damit noch begeistert gespielt? Oder liegen sie schon wieder in einer Ecke und verstopfen den Wohnraum? Ich hab neulich beim Spazierengehen meine Schwestern, lauter junge Omis, dazu befragt. Eine meinte, um das Interesse des kleinen Kindes am Spielzeug hochzuhalten, braucht es den Erwachsenen, der eine Zeitlang mitspielt, dann „lebt“ der Gegenstand. Das ist auch meine Erfahrung. Wenn für die Puppe oder den Teddybären gemeinsam ein Name gefunden wurde oder das Auto schon öfter in die Schuhschachtel – sprich: Garage vom Opa – gefahren ist, bekommt das Ding eine „Geschichte“, und es wird mit erfreulichen Erlebnissen besetzt.

Die andere Schwester erzählte von ihrer Tochter, die ein rotierendes System eingeführt hat: In ihrem Abstellraum ist ein Regal mit 4 Spielkisten, gefüllt mit je einem Buch, mit Stofftieren und mindestens einem Holzspielzeug zum Hantieren. Alle 2 Tage kommt eine neue Box ins Kinderzimmer. So bleibt das Interesse ihrer bald 2-Jährigen an den Spielsachen wach und der Wohnraum überschaubar. Denn beim Spielzeug, wie bei vielem anderen auch, gilt: weniger ist mehr. Die Lieblingspuppe “Mali” oder der Teddy “Bruno”, der auch ins Bett mitkommt, darf natürlich immer präsent bleiben.

Wenn das Kind trotzdem kein Interesse an einem bestimmten Spielzeug zeigt, dann ist es eben nicht – oder noch nicht – das richtige. Vielleicht kann man mit Einverständnis des Kindes einem anderen Kind damit eine Freude machen.

Übrigens: zu einem angeregten Spiel braucht das Kind nicht unbedingt Spielzeug. Dinge aus dem Alltag oder aus der Natur – alles kann anregend zum Spiel sein.

Hier zB gibt es jede Menge Anregungen dazu: https://mailchi.mp/aa3d86b01201/kinderatelier

Verfasst von Maria aus Meidling, 65, pensionierte Heilpädagogin, verheiratet, Mutter einer Tochter und Großmutter von 2 Enkeltöchtern

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