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Geschwisterliebe ist die tiefste und schönste Verbindung

Eltern, aber auch Großeltern und Erzieher können dazu beitragen. Wie?

  • Kinder haben ein sehr gutes Gespür für Fairness: Als Bezugsperson sollte man sich bemühen, allen Kindern gegenüber gleich liebevoll und zugewandt zu sein. Das heißt nicht, dass man alle Kinder gleich behandeln muss. Ältere Geschwister sollten nicht nur mehr Pflichten, sondern auch mehr Rechte haben als jüngere. Unser Schulkind darf zum Beispiel noch eine halbe Stunde lesen, während das Kindergartenkind schon im Bett ist.
  • Teamgeist fördern durch gemeinsame Aufgaben und Unternehmungen. An Sonntagen haben wir in meiner Familie oft DKT oder andere Spiele gespielt. Ich erinnere mich auch gern an Familienausflüge in die Natur. Meine Mutter verstand es sehr gut, Feste mit uns vorzubereiten und zu feiern. Das gemeinsame Singen bei Familienfesten habe ich auch als etwas sehr Verbindendes erlebt.
  • Jedem Kind individuell Aufmerksamkeit schenken. Zeit gemeinsam mit der ganzen Familie verbringen ist schön und wichtig, genauso wichtig ist auch Exklusivzeit mit Mama oder Papa ohne Geschwister. Ich erinnere mich daran, dass ich es genossen habe, mit meinen Eltern zum Ohrenarzt zu gehen. Nach der Untersuchung hopste ich fröhlich – ohne Schmerzen – neben meinen Eltern her ;-).
  • Oft sagen: „Schaut, ihr könnt ein gutes Team sein!“

In der Pubertät wurden wir Geschwister ganz zwangsläufig zu Verbündeten, wenn wir bei den Eltern einen Ausgang oder Kinobesuch durchsetzen wollten. Meistens hat es geklappt 😉

Was sollen Eltern vermeiden:

  • Wettkampf oder Vergleiche, durch sie entsteht gefährliche Rivalität. “Die Kleine zeichnet jetzt schon viel schöner als die Große” oder ”Der Große konnte schon mit 12 Monaten gehen!”
  • Zuordnung: vermeiden wir, den Kindern einen Stempel zu verpassen, wie “Du bist unser Gescheiter!”, “Du bist unsere Hübsche!”, “Das ist unser Sorgenkind!”
  • Bevorzugung: “Du bist mein braves Schatzi!”
  • Negative Rollenmuster entstehen lassen. Wenn es ”schwarze Schafe” in der Familie gibt, ist das meist schon in der Kindheit festgelegt worden.

Fazit:

Ich finde es sehr traurig, wenn Geschwister einander verlieren oder sogar zu Feinden werden. Wenn Geschwister den Kontakt zueinander abbrechen, ist der Grund oft Eifersucht, also dass sich ein Kind benachteiligt gefühlt hat. Vordergründig passiert das oft bei Erbschaften. Doch in Wahrheit geht es dabei immer um die Liebe der Eltern, um die alles entscheidende Frage: Papa, Mama, liebst du mich so, wie das andere Kind? Das sollten Bezugspersonen im Auge haben, damit Geschwister ein harmonisches Verhältnis zueinander aufbauen können.

Hier einige Aussagen von Geschwisterkindern anlässlich einer kleinen Umfrage:

“Doof, dass man immer Kekse und leckere Sachen teilen muss.”

+ “Geschwister helfen einem, wenn andere Kinder blöd zu einem sind.”

+ “Man hat immer jemanden zum Spielen.”

Drum keine Sorge, wenn sich Geschwister aneinander reiben, denn was sich neckt, das liebt sich! Geschwister zu sein, ist ein Privileg, finde ich, und ich muss es wissen – wir sind 5!

Verfasst von Maria aus Meidling, 65, pensionierte Heilpädagogin, verheiratet, Mutter einer Tochter und Großmutter von 2 Enkeltöchtern

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Elisabeth Stiftung

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