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Jeden Morgen geht ein neues Türchen auf

Hierzulande feiern wir die Geburt von Jesus, dem “Christkind”, in der Heiligen Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Ab dem 1. Dezember sind es also noch 24 Tage bis dahin. Gerade für Kinder ist dies eine lange Zeitspanne. Um ihnen den Zeitraum anschaulich zu machen und das Warten zu erleichtern, gibt es schon seit fast 200 Jahren den Brauch des Adventkalenders.

Ursprünglich haben nur 24 Kreidestriche an der Tür die Tage bis zum Heiligabend angedeutet. Am Ende des Tages wurde je ein Strich abgewischt. Später hat man schöne Vorlagen – meist in Form eines Hauses – für die Kinder gebastelt. Aus einem weiteren Bastelbogen haben die Kinder täglich ein Fenster ausschneiden und aufkleben dürfen. Vor 100 Jahren hat man Adventkalender mit 24 Fensterchen zum Herausklappen erfunden. Dahinter fanden sich weihnachtliche Motive. Im letzten – meist ein Türchen – stand das weiß gekleidete Christkind, oft mit einem Christbaum in der Hand.

Ich erinnere mich aus meiner frühesten Kindheit an einen Adventkalender, der aus 24 Streichholzschachteln -freilich ohne Zündhölzer – gemacht war. Mein älterer Bruder und ich durften dann abwechselnd eine Schachtel öffnen. Mal war ein Stollwerk oder eine andere kleine Süßigkeit drinnen, mal ein Zetterl mit einem kleinen Auftrag, den uns die Mutter vorgelesen hat. Als ich ein Kindergartenkind war – Ende der 1950er Jahre – kam der mit Schokolade befüllte Adventkalender auf. Drinnen fand sich ein Stück Schokolade in Form von einem Stern, einem Engerl, oder am 6. Dezember ein Nikolaus. Dieses Stück durften wir herausdrücken und sogleich vernaschen.

Es hat sich viel verändert seit damals. Adventkalender gibt es jetzt in verschiedenster Weise, mit Türchen zum Aufklappen, in Säckchen auf einer Schnur aufgespannt, als Wandbehang mit 24 Fächern aus Stoff, sogar aus Legosteinen hab ich einen gesehen. Aber immer noch ist damit Erwartung und Vorfreude auf Weihnachten verbunden.

Verfasst von Maria aus Meidling, 65, pensionierte Heilpädagogin, verheiratet, Mutter einer Tochter und Großmutter von 2 Enkeltöchtern

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Elisabeth Stiftung

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