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…Stefan Haider

St. Elisabeth-Stiftung ist auf Spenden angewiesen, um Schwangere, alleinerziehende Mütter und Frauen in Not zu unterstützen. Einige Spender helfen uns seit Jahren, so wie der Kabarettist und Religionslehrer Stefan Haider. In einem Interview erzählt Haider, warum er es tut und wie er sein Publikum dazu bewegt, die Stiftung mit Geldspenden zu unterstützen. Viel Spaß beim Lesen.

Seit Jahren sammeln Sie Spenden für die St. Elisabeth-Stiftung. Wie reagiert das Publikum, wenn Sie während Ihres Auftritts nach Spenden fragen bzw. wie tun Sie es?

Bevor ich mit der Zugabe beginne, lade ich die Leute noch zu einer „religiösen Übung“ ein, erzähle den Witz vom Flugzeug in Turbulenzen, wo ein in Panik geratener Passagier fragt, ob noch irgendwer einen religiösen Akt setzen könnte, und ein braver Katholik dann ein Körberl durchgibt. Damit startet die Sammlung mit einem Lacher. Ich sage auch noch, dass es so ist wie in der echten Kirche, dass man in der ersten Reihe fast etwas hineinwerfen muss, ab der zweiten kann man dann auch schon wieder herausnehmen. In den ganzen Jahren hat nur einmal jemand im Publikum gedacht, dass ganze sei ein Scherz und hat das Körberl gleich auf den Boden gestellt, womit die Sammlung dann ausgefallen ist. Ansonsten war das Publikum immer sehr freigiebig. Wir kommen bei den Sammlungen im Schnitt auf 2 Euro pro Zuschauer.

Wie viele Zuschauer sind es bei einem Auftritt? Wie viele Auftritte haben Sie eigentlich im Jahr?

Zu meinen Auftritten kommen im Schnitt 100 bis 200 Leute (im Niedermair haben nur 100 Platz). Im vergangenen Jahr hatte ich aber auch ein paar Auftritte vor 400 bis 700 Leuten, z.B. in Eisenstadt. Ich habe im vergangenen Jahr 112 Auftritte gespielt.

Wie kamen Sie eigentlich auf die Idee ein Kabarettist zu werden?

Ich trete bereits seit meiner Studienzeit vor 20 Jahren als Kabarettist auf. Die Idee war einfach, eine Plattform zu haben, wo ich meine Gedanken zur Welt präsentieren kann. Ein Predigtraum außerhalb der Kirche quasi 😊.

Das klingt sehr schön. Und jetzt eine andere Frage: Glauben Sie, dass Menschen gerne Geld an gemeinnützige Organisationen spenden und wenn ja, was sind ihre Beweggründe?

Es kommt immer darauf an. Natürlich schauen die Menschen genau, wem sie ihr Geld anvertrauen und welche Projekte sie unterstützen. Vielen meiner Bekannten und Freunde ist aber bewusst, dass sie im Überfluss leben und davon auch etwas abgeben können und auch wollen. Spenden, helfen überhaupt, halte ich für ein menschliches Grundbedürfnis. So viel positives Menschenbild muss schon sein.

Hat Ihr Theologiestudium Einfluss auf Ihr Engagement für die Bedürftigen gehabt oder wann haben Sie zum ersten Mal das Bedürfnis gespürt, diesen Menschen zu helfen?

Dass Jesus besonders für die Armen da war und sich ganz klar für mehr soziale Gerechtigkeit eingesetzt hat, habe ich von klein auf mitbekommen. Meine Eltern waren in einer Reihe von pfarrlichen Sozialprojekten engagiert. Es war mir immer klar, dass zum Glauben diese Dimension des sozialen Handelns wesentlich dazugehört, der Glaube dadurch erst glaubwürdig wird.

Copyright: Johannes Ehn

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Spenden ist „cool“!

„Spenden ist etwas für die Älteren“, hört man oft die Aussage, wenn man fremde Menschen auf das Thema anspricht. Einerseits trifft die Aussage auch zu, schließlich macht man sich als Jugendlicher selten Gedanken über die Situation der Hilfsbedürftigen in Österreich. Erst ab einer gewissen Reife scheint das Thema besonders interessant zu sein. Man ist entschlossen, etwas Gutes für die Menschen zu tun, die es nicht so einfach im Leben haben wie wir.

Andererseits trügt der Schein, zumindest was die Spendenbereitschaft in Österreich angeht.  Immerhin gehören laut Public Opinion die 35- bis 59-Jährigen zu der spendabelsten Gruppe in Österreich. Auch wenn man sich die Meinung der Jugendlichen in Wien anhört, ändert man schnell die Aussage.

„Geldspenden sind nach wie vor ein Thema in der Gesellschaft, das viele verunsichert. Oft fragt man sich, ob man an die richtige Organisation bzw. für den richtigen Zweck gespendet hat und ob das gespendete Geld auch wirklich dafür verwendet wird, wofür es gedacht ist. Meiner Meinung nach ist spenden niemals falsch. Natürlich muss man darauf achten, an seriöse Organisationen zu spenden, doch jeder kann einfach nachfragen, wofür genau sein Geld verwendet wird. Nur aus dem Grund sollte man auf das Spenden nicht verzichten“. Julia, 19 Jahre alt

Da stimmen wir Julia zu. Jeder Spender hat das Recht darauf, zu erfahren, was mit seinem Geld passiert. Die St. Elisabeth-Stiftung geht sehr transparent mit Spenden um. Nicht umsonst sind wir im Besitz des Spendengütesiegels, auch die Spendenabsetzbarkeit ist ein großer Vorteil für unsere Spender. In unserem Jahresbericht findet man alle Informationen zu unseren Aktivitäten in dem jeweiligen Jahr sowie zu der Höhe der erwirtschafteten Spenden.

„Selbst mit einer kleinen Spende kann man schon etwas bewirken. Niemand spricht davon, dass jeder spenden muss oder gar große Summen an Geld bereitstellen soll. Doch ich finde jeder, der Geld übrig hat, könnte sich zumindest Gedanken darüber machen, es Bedürftigen zur Verfügung zu stellen. Egal, ob es ein Bettler vorm Supermarkt oder eine soziale Einrichtung ist. Keiner dieser Menschen möchte dieses Leben führen und auch niemand von uns möchte jemals in solch eine Situation kommen“. Thomas, 26 Jahre

Oft spenden Menschen Geld, die selber nicht viel im eigenen Portemonnaie haben, die aber trotzdem das Bedürfnis verspüren, etwas Gutes zu tun. Oft gehören Spender selber zu den Betroffenen oder haben zumindest in ihrem Bekanntenkreis von ähnlichen Fällen gehört. Die Gewissheit, dass das gespendete Geld in guten Händen ist, bewegt sie oft dazu, regelmäßig zu spenden.

„Natürlich ist es schwer, sich in solche Personen und Lebenssituationen hineinzuversetzen, da wir alle unseren hohen Lebensstandard gewöhnt sind. Doch hat jeder schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre, kein Dach über dem Kopf zu haben und nicht einmal genug Geld, um seine Familie sättigen zu können? Wenn einige aufhören würden immer nur wegzusehen, gäbe es vielleicht mehr Menschen, die ihr Hab und Gut mit Bedürftigen teilen: Dann müssten weniger Leute auf der Straße frieren“. Alice, 25 Jahre

Man möchte sich solche Situation gar nicht vorstellen. Das würde jeden von uns in einen depressiven Zustand bringen. Wenn das Thema aber in der Öffentlichkeit präsent ist – wie bei Naturkatastrophen – dann steigt automatisch die Spendenbereitschaft der Menschen. Sie sehen die Katastrophe mit eigenen Augen und verspüren das Bedürfnis, den Menschen vor Ort zu helfen.

„Spenden ist cool! Ich spende regelmäßig ein paar Euro an gemeinnützige Organisationen. Ich appelliere hiermit an all diejenigen, die definitiv genug Geld in den Taschen haben, um zu helfen: Hört auf wegzusehen und beginnt damit, etwas zu bewegen!“ Marco, 22 Jahre

Bewegende Worte von jungen Menschen, die das Gegenteil von der Aussage beweisen: Spenden ist nicht nur etwas für die Älteren. Das Alter spielt oft gar keine Rolle bei der Spendenbereitschaft. Viel wichtiger sind die Sympathie mit der Organisation, die Sicherheit, dass die Spende auch zweckgerichtet ankommt sowie die Betroffenheit von der Not anderer Menschen.

Und wie stehen Sie zu dem Thema? Schreiben Sie uns unter [email protected]. Sie können aber auch direkt an Schwangere, alleinerziehende Mütter und Frauen in schwierigen Lebenslagen spenden.

 

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