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Welche Arten von Testament gibt es?

In diesem Teil unserer Blog- Artikel möchte unsere Rechtsberatung näher auf die verschiedenen Arten von Testament eingehen.

Im ersten Teil gibt es viele interessante allgemeine Informationen zum Thema Testamentsspenden.

  1. Eigenhändiges Testament

Beim eigenhändigen Testament muss der gesamte Text vom Testamentsverfasser eigenhändig geschrieben und unterschrieben werden, wobei die Unterschrift am Ende des Textes erfolgen muss.

Es sollte mit dem vollen Namen unterschrieben werden, wobei im Gesetz lediglich gefordert wird, dass über die Identität des Testamentsverfassers kein Zweifel besteht. Es genügt also auch beispielsweise die Unterschrift „Eure Mutti“. Ein Handzeichen oder eine Stampiglie genügt nicht. Etwaige Ergänzungen müssen nochmals unterschrieben werden.

Es ist zu empfehlen, dem eigenhändigen Text auch ein Datum anzufügen, das später im  Verlassenschaftsverfahren von Bedeutung sein kann (etwa wenn mehrere, widerstreitende Testamente vorliegen).

Zeugen sind für das eigenhändige Testament nicht notwendig.

Um ein Testament besser auffindbar zu machen, empfehlen wir in jedem Fall die Registrierung des Testaments im Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer (Registrierung bei einem Notar) oder im Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (Registrierung bei einem Rechtsanwalt).

WICHTIG

Wird das Testament mit einer Schreibmaschine, mit einem PC oder handschriftlich von einer dritten Person geschrieben, liegt ein fremdhändiges Testament vor, das nur unter bestimmten Voraussetzungen gültig errichtet werden kann(siehe dazu Punkt 2.).

 

  1. Fremdhändiges Testament

 

Beim fremdhändigen Testament sind mehrere Vorschriften zu beachten:

  • Das fremdhändige Testament(auch letztwillige fremdhändige Verfügung genannt) selbst kann mit einer Schreibmaschine, mit einem PC oder auch handschriftlich von einer anderen Person verfasst sein.
  • Das Testament muss aber auf jeden Fall von dem Erblasser eigenhändig unterschrieben werden.
  • Darüber hinaus muss vom letztwillig fremdhändig Verfügenden ein eigenhändiger Zusatz(„mein letzter Wille…“) verfasst werden, dass die Urkunde seinen letzten Willen enthält.
  • Der Testamentsverfasser muss darüber hinaus das Testament vor drei Zeugen, deren Identität aus der Urkunde hervorgehen muss (Angabe des Geburtsdatums, des Wohnortes, der Berufsadresse, oder dergleichen) unterfertigen. Die Zeugen müssen den Inhalt des Testaments nicht kennen, sondern nur bestätigen, dass die Urkunde den letzten Willen des Erblassers enthält.
  • Wichtig ist, dass die drei Zeugen gleichzeitig anwesend sein müssen!
  • Die Unterschrift der Zeugen muss am Ende des Testaments erfolgen – und zwar mit einem auf die Zeugeneigenschaft hinweisenden, eigenhändige Zusatz (z.B. „als Testamentszeuge“). Außerdem müssen die Zeugen auf der Testamentsurkunde unterschreiben.

Als Zeugen kommen nicht in Betracht:

  • Personen unter 18 Jahren
  • Blinde, Taube, Stumme
  • Personen, die die Sprache, in der das Testament verfasst wurde, nicht verstehen und
  • „Befangene“ Zeugen:
    • Ein durch das Testament Begünstigter
    • Personen, die mit dem durch das Testament Begünstigten verwandt oder verschwägert sind oder
    • beispielsweise Organe einer durch das Testament begünstigten Organisation

Hinweis

Auch ein von einem Notar oder einem Rechtsanwalt errichtetes Testament ist in der Regel ein fremdhändiges Testament. Als Zeugen fungieren dann der Notar oder der Rechtsanwalt und dessen Kanzleiangestellte. Die Errichtung eines Testamentes ist oftmals kompliziert und sollte daher mit einem Notar oder Rechtsanwalt besprochen werden.

Zusätzliche Informationen

Fehler bei einem fremdhändigen Testament

Bei einem fremdhändigen Testament sind einige Formvorschriften einzuhalten, deren Missachtung das Testament jeweils unwirksam macht. Häufige Fehler, die in der Praxis vorkommen und die das Testament ungültig machen, sind beispielsweise:

  • Das Testament wird von zu wenigen Zeugen unterfertigt. Es wird oft irrtümlich angenommen, dass zwei Zeugen genügen.
  • Die Zeugen unterschreiben nur mit ihrem Namen, aber ohne den Zusatz „als Testamentszeuge“.

 

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TESTAMENTSSPENDEN

Unsere Rechtsberaterin hat sich ausführlich mit dem Thema „Testamentspenden“ beschäftigt. In dieser Reihe möchten wir Ihnen allgemeine Informationen zu dem Thema vorstellen sowie uns mit den Arten von Testament näher beschäftigen. Unsere Rechtsberatung ist kostenlos, wir bitten jedoch um telefonische Terminvereinbarung.

Immer mehr Menschen möchten mit ihrem Testament etwas Gutes tun und mittels Testament spenden. Mit der Testamentsspende können Sie nicht nur Ihrer Familie oder Ihren Angehörigen etwas hinterlassen, sondern zudem auch eine Organisation, die sich für gute Zwecke einsetzt, unterstützen.

Somit können Sie mit einem Testament auch etwas Gutes für Menschen, Tiere oder die Umwelt tun und Nachhaltiges hinterlassen. Wohltätige Organisationen, so auch die St. Elisabeth Stiftung der Erzdiözese Wien, sind heute zwingend auf Spenden angewiesen. Wenn Sie mit Ihrem Testament an die St. Elisabeth Stiftung spenden, können wir nach Ihrem Ableben mit Ihrem Geld die Welt ein Stückchen besser machen.

Dabei geht es nicht nur um große Beträge. Natürlich sind große Spenden immer eine tolle Sache. Aber selbst mit kleinen Beträgen kann viel geholfen werden.

Warum im Testament spenden:

  • weil Sie schon viele Jahre gespendet haben und nicht möchten, dass die Unterstützung mit Ihrem Tod endet. Sie fördern damit Projekte und Ideale weiter, die ihnen schon immer wichtig waren, die Ihnen am Herzen liegen.
  • weil Sie etwas zurückgeben möchten, da es Ihnen im Leben gut gegangen ist oder Sie selbst Hilfe in schweren Zeiten erfahren haben.
  • weil Sie keine nahen Angehörigen mehr haben und verhindern wollen, dass Ihr Lebenswerk an den Staat fällt und Sie keinen Einfluss auf die Verwendung haben.

Mit einem gültigen Testament können Sie zu Lebzeiten verbindlich festlegen, was nach Ihrem Tod mit Ihrem Vermögen – unabhängig von dessen Umfang – geschieht. Sie selbst können festlegen, wie Sie Ihr Vermögen (Geld, Wertpapiere, Immobilien, Kunst, Schmuck und Vieles mehr) verteilen und wen Sie womit bedenken möchten.

Falls Sie kein Testament errichten wollen oder dies zu Lebzeiten versäumen, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Diese muss nicht zwingend Ihren persönlichen Vorlieben entsprechen und führt schlimmstenfalls zu Auseinandersetzungen unter Ihren Hinterbliebenen. Die gesetzliche Erbfolge berücksichtigt in einer bestimmten Reihenfolge Familienangehörige als Erben: Ein Angehöriger mit höherem Verwandtschaftsgrad schließt alle weiteren Personen von der Erbfolge aus. Daneben erhält immer auch der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner einen Teil des Erbes als Erbschaft.

Die selbstbestimmte Entscheidung, die ein Testament verbindlich dokumentiert, gibt vielen Menschen das gute Gefühl, für den Sterbefall alles Wichtige im eigenen Sinne geregelt zu haben. Zudem gibt ein Testament Ihnen die Möglichkeit, Ihre Werte und Vorstellungen von einer gerechten Verteilung zum Ausdruck zu bringen.

Gibt es keine Angehörigen und keinen letzten Willen, kein Testament, erbt der Staat.

 

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